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04Okt

Industriegebiet Brautlach Süd

Bürgermeister Wayand und Kothmayr wollen in den kommenden Sitzungen das Industriegebiet „Brautlach Süd“ als Sondergebiet Logistik ausweisen. Grundsätzlich ist eine solche Ausweisung eine Nutzungsbeschränkung für das geplante Industriegebiet. Die Grünen freuen sich über diese Einschränkung in der Nutzung, die auf unser Einwirken hin zustande kommt.
Dennoch handelt es sich auch mit einer eingschränkten Nutzung nach wie vor um die Ausweisung eines Industriegebietes. Die Ausweisung als Gewerbegebiet reicht für die geplante Nutzung nicht aus.
Fakt ist, ein Industriegebiet ist und bleibt ein Industriegebiet mit allen Nachteilen (Lärm, Verkehr, Beleuchtung rund um die Uhr usw.), die ein Industriegebiet so mit sich bringt – selbst wenn es zunächst in seiner Nutzung beschränkt ausgewiesen wird.

Erschreckend ist, dass bei der Vorstellung des geplanten Industriegebietes in Karlskron noch von einer Fläche von gut 13 HA gesprochen wurde, bereits in der Gemeinderatssitzung in Baar-Ebenhausen hat es sich schon um eine Fläche von gut 15 HA gehandelt. Und dabei spricht Bürgermeister Wayand immer noch davon, dass eine Erweiterung der Fläche nicht angedacht wäre.

Zur Kenntnis durften wir auch nehmen, dass nun bereits bis zu 400 Arbeitsplätze in Brautlach geschaffen werden sollen. Wir fragen uns, ob die Kapazitäten der Karlskroner Kläranlage dafür ausreichen.

Die Vorteile des Industriegebietes für Karlskron liegen laut Bürgermeister Kothmayr in der zu erwartenden Gewerbesteuer. Dazu sagt Bürgermeister Wayand, dass man nicht voraussagen kann, ob überhaupt und wann es durch das geplante Industriegebiet zu Gewerbesteuereinnahmen kommen würde.
Es ist bislang argumentativ nicht nachvollziehbar, weshalb der Karlskroner Gemeinderat die Planungen eines Industriegebietes aufgenommen hat und Baar-Ebenhausen damit die Tür für weitere Planungen auf deren Flur öffnet.

Die Bürger von Grillheim haben Unterschriften gegen das geplante Industriegebiet gesammelt. Es regt sich ein massiver Widerstand. Unter bestimmten Voraussetzung könnten die Grillheimer aber mit den Planungen leben. Sie fordern, dass vertraglich festgelegt werden müsste, dass Baar-Ebenhausen auf seine Planungshoheit bezüglich der südlich angrenzenden Flächen verzichtet und nur noch mit Zustimmung von Karlskron weitere, an das Gebiet angrenzende Flächen, zu Gewerbe- oder Industrieflächen herabstufen darf.
Es muss auch vertraglich festgelegt werden, dass sich die Nutzung des Industriegebietes nicht ändern darf.
Des weiteren fordern die Grillheimer Bürger einen Lärmschutzwall mit Eingrünung nach Süden und Westen. Die Grillheimer Bürger wollen diesen Lärmschutzwall auf jeden Fall und ohne Gutachten, da sie bereits jetzt durch die Geräuschemmissionen der Firma Binder in ihrer Nachtruhe gestört sind.

Gefordert wird auch, dass die Forderungen des Wasserwirtschaftsamtes und des Naturschutzes vollständig umgesetzt werden und die Bürger diese Umsetzungen jederzeit auch selbst überprüfen dürfen.

Die Unternehmen, die sich ansiedeln werden müssen sich an den Kosten für die Kläranlage – auch einer evtl. Erweiterung – beteiligen. Es kann nicht sein, dass einerseits davon gesprochen wird, es würden bis zu 400 Arbeitsplätze geschaffen, die Karlskroner Kläranlage wäre aber nur gering belastet. Wenn bis zu 400 Personen rund um die Uhr in dem geplanten Industriegebiet arbeiten sollen, belasten diese auch die Kläranlage entprechend.

Weiterhin fordern die Grillheimer Bürger, dass sich nur Firmen ansiedeln dürfen die faire Löhne bezahlen. In einer Region mit Vollbeschäftigung brauchen wir keine Unternehmen im Niedriglohnsegment in unserem Gemeindebereich.

Die Karlskroner Grünen unterstützen die Forderungen der Grillheimer Bürger.
Aus Sicht des Ortsverbandes der Grünen Karlskron muss sich der Gemeinderat aber zunächst einmal Gedanken darüber machen, ob Karlskron dieses Industriegebiet wirklich braucht. Ob die Vorteile der möglicherweise zu erwartenden Gewerbesteuer die Nachteile für den Ort aufwiegen.  Bislang wurde dieser Abwägungsprozess nicht durchgeführt und das ist ein kapitaler Fehler im Vorgehen.

Verfasst am 04.10.2013 um 6:39 Uhr von .
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